Index der Täter – V

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Hier werden Personen der Zeit des Nationalsozialismus erwähnt, die sich aktiv am System beteiligten und in den Texten vorheriger Seiten Erwähnung fanden.

 

Verschuer, Otmar Freiherr von

Führender Rassenhygieniker der NS-Zeit (Karl Brandt)

*16.07.1896 Reichelsdorfer Hütte bei Kassel. „Führerlexikon“: „Die Familie ist väterlicherseits seit 250 Jahren in Kurhessen ansässig und gehört zur Althessischen Ritterschaft; mütterlicherseits Abstammung aus einem baltischen Adelsgeschlecht.“ Ab 1928 Kaiser-Wilhelm-Institut (KWI) für Anthrologie. 1935 Direktor des Instituts für Erbbiologie und Rassenhygiene in Frankfurt a.M. sowie Richter am Erbgesundheitsobergericht. Verschuer in der Zeitschrift „Der Erbarzt (Nr.7,1939) über Hitler: „Der Führer … ist der erste Staatsmann, der die Erkenntnisse der Erbbiologie und Rassenhygiene zu einem bedeutenden Prinzip der Staatsführung gemacht hat.“ Ab 1936 im Beirat der Forschungsabteilung Judenfrage des Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschland, ebenda 1939 Vortrag „Die körperlichen Rassemerkmale des Judentums (Heiber, Frank,S.606). 1940 NSDAP, Mitherausgeber des NS-Standardwerks Baur-Fischer-Lenz: Grundriß der menschlichen Erblichkeitslehre und Rassenhygiene. 1941 Autor: Leitfaden der Rassenhygiene (Georg Thieme Verlag in Leipzig), ebenda S.126: „Die völlige Fremdheit des Judentums innerhalb der nichtjüdischen Wirtsvölker ist nicht etwa im Ghetto entstanden, sondern das Ghetto ist Ausdruck und Form der rassischen Besonderheit der Juden.“S.127:“Die politische Forderung der Gegenwart ist eine neue Gesamtlösung des Judenproblems.“ März 1941 Gast bei Eröffnungsfeier von Rosenbergs Institut zur Erforschung der Judenfrage in Frankfurt (Heiber,Frank, S.1078). Oktober 1942 Direktor des KWI für Anthropologie in Berlin, Richter am Erbgesundheitsgericht, Gutachter für Reichssippenamt. Im Beirat der November 1942 gegründeten Deutschen Gesellschaft für Konstitutionsforschung. 1943 Honorarprofessor Universität Berlin. Zuständig für die Versuche seines Assistenten Mengele in Auschwitz. 1944 im Wiss.Beirat des Bevollmächtigten für das Gesundheitswesen Karl Brandt. 1945 Übersiedlung nach Solz bei Bebra. 1949 Gründungsmitglied der Mainzer Akademie der Wissenschaften und Literatur und Vorsitzender von deren Kommission für Humanforschung. Mitglied Akademie für Bevölkerungswissenschaft. 1951 bis 1965 Professor für Genetik und Leiter des Instituts für Humangenetik Münster, weihin von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Massive Unterstützung durch das Atomministerium der Bundesrepublik. 1952 Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Anthropologie. gest. am 08.08.1969 Münster, Lit.: Klee, Medizin;Kröner, Rassenhygiene.