Leuchte Mensch, leuchte von Innen ….

Leuchte Mensch, leuchte von Innen ….
 
 
Für die sozialen Strukturen in unserer Gesellschaft gibt es ganz allgemeine Fakten, die ein Zusammenleben verbindlich gestalten sollen. Diese werden aber als unabhängig von dem Kollektiv empfunden und können somit, oftmals nicht mit der Individualität des einzelne in Verbindung gebracht werden. Zwar gehören wir nicht dem Volk der Ameisen an, denn diese hat innerhalb ihres Staatengebildes ihren Platz und ihre Aufgabe, wir Menschen müssen uns diesen Platz suchen und häufig schwer erarbeiten. In der Kindheit wird uns durchaus ein Platz innerhalb eines Gefüges, der Familie, zugewiesen und dieser wird von einem Kind auch ausgefüllt, wenn sich der Rahmen, in dem sich das Kind bewegt immer wieder erweitert, beziehungsweise der Entwicklung des Kindes anpasst. In der Pubertät versucht der Jugendliche diese Rahmen innerhalb einer Familie zu überschreiten um sich selbst auszuprobieren.
 
Das ist ein normaler Entwicklungsschritt, obwohl sich manche Eltern innerhalb dieses Prozesses die Haare raufen. Beide, Jugendliche und Eltern finden in dieser Zeit neue Positionen im Zueinander und im Umgang miteinander. Aber auch äußerlich verändert sich der Jugendliche, mal abgesehen von der Körperlichkeit, in dem er sich in verschiedenen Kleidungsstilen ausprobiert, sich sozusagen uniformiert um sich einer Gruppe oder Richtung dazugehörig zu fühlen. Dies sind normale Entwicklungsprozesse, die darin enden sollten, nach einer Ausbildung, gleich welcher Art, sich in seinem Milieu, also seiner sozialen Gruppe wieder zu finden.
 
„Nur in seinem Suchen findet der Geist des Menschen das Geheimnis, welches er sucht.“  Friedrich Schlegel
 
 
 
Früher hatten diese gesellschaftlichen Strukturen feste Rahmen und Bedingungen, diese gaben den Menschen Halt und Beständigkeit. Doch waren diese Kreise oftmals zu starr und das überschreiten ihrer Grenzen fast unmöglich. Das hat sich in einer globalisierten und individualisierten Gesellschaft geändert. Zwar gibt es noch die verschiedenen Milieus, doch sind einige hinzugekommen und sie haben meistens recht flexible Rahmenbedingungen. Dies kommt der Beweglichkeit des einzelnen zwar entgegen, doch bieten diese dynamischen, lebendigen Rahmen weniger Heimat, Werte oder Festigkeit. Das kann zu Unsicherheiten beim einzelnen führen und erzwingt oftmals den Drang, sich wiederum feste Strukturen anzubinden. Dafür bieten Vereine, Parteien, Bürgerinitiativen und viele andere Platz an, genutzt wird dieser aber häufig nicht, da hier noch oftmals hierarchische Strukturen vorherrschen und dies wiederum der erwünschten Eigenständigkeit widerspricht.
 
Doch dem Drang nach Individualität kommt eine solche Gesellschaftsform nicht immer entgegen, denn sich seinen Platz, in welcher Struktur auch immer, zu schaffen, ist mit Arbeit verbunden und hat oftmals wenig belohnenden Charakter.
 
 
 
„Die Welt ist ein einziges lebendiges Wesen, ein Weltstoff und eine Weltseele. In dieses Weltbewußtsein wird alles aufgenommen, so wie alles aus ihm hervorgeht, so jedoch, dass von den Einzelwesen, eines des anderen Mitursache ist und auch sonst die innigste Verknüpfung unter ihnen stattfindet.“ Marc Aurel
 
Empfunden wird diese Welt oftmals als unstet und so wird der Individualität und ihrer Äußerlichkeit immer mehr Wert beigemessen. Diese Äußerlichkeiten werden zu Dazugehörigkeitsmerkmalen. Da geht es oftmals gar nicht mehr um Veränderung im Sinne der Flexibilität, sondern der Mensch selbst unterwirft sich der äußeren Veränderung. Da werden Münder aufgespritzt, Falten retouchiert oder Körperteile mit Silikon vergrößert. Es werden Haare verpflanzt, die wiederum woanders völlig entfernt werden. Das alles geht über ein ‚Sich-Kostümieren’ in verschiedenen Moderichtungen weit hinaus. Die Annäherung an den ‚perfekten Menschen’ in seiner Äußerlichkeit wird zum Selbstzweck. Dies erstreckt sich nicht nur auf bestimmte Grüppchen in unserer Gesellschaft, nein, dies findet eine breite Zustimmung. Denn das ist keine Stil-Frage mehr, das ist ein Schritt zu einer vermeintlichen Perfektion.
 
Ohne es gewollt zu haben, schlittert die so ‚perfektionierte’ Gestalt in die Uniformität der anderen mit gleichem Habitus. Denn die gesuchte Individualität wurde durch eine gestylte Konformität ausgetauscht. So gesehen, bedingt die äußere Erscheinung, die Aufmachung als solches keine eigenständige Kontur, erzeugt mitunter sogar das Gegenteil.
 
„Das Gesicht ist ein Abbild der Seele.“ Cicero
 
Doch wie können wir uns selbst Kontur geben, wenn die Rahmenbedingungen so fließend sind? Wie können wir unsere Umgebung gestalten, wenn die Wegweiser so indifferent erscheinen? Wie können wir der Gesellschaft einen ‚Stempel’ aufdrücken ohne chauvinistisch zu werden? Fragen, die wir in einem Anteil doch in uns selbst finden, wenn wir in uns hineinhören und mit offenen Augen umhergehen.
 
„Jeder Mensch trägt einen Zauber im Gesicht: irgendeinem gefällt er.“  Friedrich Hebbel
 
 
 
Dem Zauber in uns selbst auf die Spur zukommen, unserem Ich näher zu kommen und unsere Mannigfaltigkeit zu entdecken ist ein Weg der Individualisierung, die uns selbst stärkt und somit unsere Umgebung. Bringen wir uns mit einer Idee, einer Fähigkeit oder einfach mit der Liebe zu uns und dem anderen zum leuchten. Lassen wir unsere Energie erstrahlen und unser Tagewerk im richtigen Licht erscheinen. Tragen wir dazu bei, uns selbst zu erleuchten und geben so Helligkeit an andere ab.
 
So können wir Konturen für uns selbst schaffen, ja, wir werden erkennen wie facettenreich wir sind. Auch wenn wir beginnend nur ein kleiner Lichtschein sind und selbst noch nicht verspüren ein Licht in dieser Welt zu sein, so können wir andere treffen und mit ihnen zusammen an Leuchtkraft gewinnen.  
 
Bild 1: Inneres Leuchten  – Quelle: lichtkristall.files.wordpress   
Bild 2: Das Leuten  – Quelle: blogs.myspace.com 
Bild 3: Das Licht in deiner Hand  –  Quelle: lichtmeditation.com
Bild 4: Inneres Licht  –  Quelle: Karl-Heinz Hennerici siehe auch: pilgerwanderweg.org

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