Massenmord im ehemaligen Vernichtungslager Bogdanowka

Massenmord im ehemaligen Vernichtungslager Bogdanowka

 

21. Dezember 1941 beginnt das Gemetzel an etwa 54.000 jüdischen Häftlingen

Bogdanowka war ein Vernichtungslager für Juden, das im Zweiten Weltkrieg von den Behörden des rumänischen Besatzungsgebietes Transnistrien auf dem Gebiet der heutigen Ukraine, unweit des Südlichen Bug, in der Nähe der heutigen Ortschaft Bohdaniwka errichtet wurde. Transnistrien war in der Zeit des Zweiten Weltkrieges die zeitgenössische Bezeichnung für das zuvor sowjetische Gebiet zwischen Dnister und Bug, das von 1941 bis 1944 rumänisches Besatzungsgebiet war. Es umfasste bei einer Ausdehnung von etwa 350 x 120 km eine Fläche von rund 42.000 km². Es war mit 2 Millionen Menschen dünn besiedelt. Darunter waren Ukrainer, Russen, Schwarzmeerdeutsche (etwa 130.000) und rund 300.000 Juden.
 

Ende 1941 waren dort 54.000 Inhaftierte, etwa 48.000 aus Odessa und 7.000 aus Bessarabien. Mitte Dezember 1941 wurde im Zusammenhang mit dem Ausbruch einer Typhus-Epidemie beschlossen, alle Gefangenen zu ermorden.
 
Dazu das Generalgouvernement am 16.12.1041 (Regierungssitzung über Gesundheitsfragen und „Judenpolitik“). Generalgouverneur Frank: 
 
„Eine der Hauptgefahren (für die Ausbreitung von Typhus und anderen ansteckenden Krankheiten) sei in dem Herumvagabundieren der Bevölkerung zu erblicken. Gegen das Verlassen des Ghettos durch Juden müsse und werde mit aller Schärfe vorgegangen werden. Die aus diesem Grunde gegen Juden verhängte Todesstrafe müsse fürderhin schnellstens vollstreckt werden. Seine Verordnung, nach welcher jeder Jude, der außerhalb des Ghettos angetroffen werden, hinzurichten sei, müsse unbedingt durchgeführt werden. Notfalls müsse eben eine Vereinfachung des Verfahrens vor dem Sondergericht eintreten.“ (…) 
 
Am gleichen TagGouverneur Kundt, Bezirk Radom:
 
“Zu einer energischen Bekämpfung des Fleckfiebers gehöre ein rücksichtsloses Vorgehen gegen jene Juden, die die ihnen zugewiesenen Wohnviertel ohne Erlaubnis verließen, und eine verstärkte Disziplin der Deutschen in ihrem privaten Geschäftsverkehr mit den Juden. (…) Der andere wichtige Punkt sei die Verkürzung des Verfahrens gegen Juden, die ohne Erlaubnis ihre Wohnbezirke verließen. Die Todesstrafe, die heute bei unbefugtem Verlassen der jüdischen Wohnbezirke verhängt werde, sei zwar schnell ausgesprochen, jedoch bestehe ein langer Dienstweg bis zur Genehmigung der Durchführung. Er mache daher den Vorschlag, das Verfahren dadurch zu verkürzen, dass man den Gouverneuren (d.h. den deutschen Distriktchefs) die Ermächtigung zur Vollstreckung der Todesurteile übergebe.“
 
Am 18.12.1941 erfolgtein Dekret von Staatschef Antonescu wird an Stelle des Verbandes der jüdischen Gemeinden als Zwangsvereinigung eine Judenzentrale errichtet, der alle Gemeinden und die sonstigen jüdischen Vereinigungen unterstellt sind. Alle jüdischen Einwohner des Landes, ohne Rücksicht auf ihre Staatsangehörigkeit, werden verpflichtet, sich beim Büro der Judenzentrale in der nächsten Bezirkshauptstadt registrieren zu lassen.
 
Auch dazu ein Eintrag im Tagbuch von J. Goebbels:
 
„Ich bespreche mit dem Führer die Judenfrage. Der Führer ist entschlossen, hier weiterhin konsequent vorzugehen und sich nicht durch bürgerliche Sentimentalitäten aufhalten zu lassen. Die Juden müssen vor allem aus dem Reichsgebiet heraus. Wir beraten über Möglichkeiten, vor allem Berlin möglichst schnell zu räumen. Es werden zwar hier Einsprüche erhoben – vom Vierjahresplan, vom Wirtschaftsministerium -, weil etwa 13.000 Juden in der Kriegsindustrie in Berlin beschäftigt sind; aber die kann man mit einigem guten Willen ja durch bolschewistische Kriegsgefangene ersetzen. Jedenfalls werden wir diesem Problem so bald wie eben möglich, vor allem wenn wir den nötigen Transportraum haben, auf den Leib rücken. Berlin kann so lange nicht als absolut konsolidiert gelten, so lange noch Juden in der Reichshauptstadt leben und wohnen.
Im Übrigen haben die bürgerlichen Schlappmeier immer neue Entschuldigungen, um die Juden zu schonen. Früher war es das jüdische Geld und der jüdische Einfluss, jetzt ist es der jüdische Facharbeiter. Der deutsche Intellektualismus und die deutsche Gesellschaft sind dem Juden gegenüber völlig instinktlos. Ihre Wachsamkeit ist nicht geschärft. Es ist also notwendig, dass wir dieses Problem lösen, da es wahrscheinlich, wenn es ungelöst bleibt, nach unserem Tode die verheerendsten Folgen nach sich ziehen wird. Die Juden sollen alle nach dem Osten abgeschoben werden. Was dort aus ihnen wird, kann uns nicht sehr interessieren. Sie haben sich dies Schicksal gewünscht, sie haben dafür den Krieg angefangen, sie müssen jetzt auch die Zeche bezahlen.“
 
 
Nach dem Auftreten einiger Typhusfälle im Konzentrationslager Bogdanowka (im von den Rumänen besetzten Teil der Sowjetunion) beschließt der rumänische Bezirkskommissar nach Verhandlung mit seinem deutschen „Berater“, die im Lager internierten Juden (vor allem Deportierte aus Odessa) töten zu lassen.
Rumänische Soldaten, ukrainische Polizisten (Trawniki)  sowie lokale Volksdeutsche begannen den Massenmord am 21. Dezember 1941. Etwa 5.000 Kranke wurden bei lebendigem Leib in Scheunen und Ställen verbrannt, gleichzeitig mussten andere mit bloßen Händen in der eisigen Erde Gruben graben und dort die Leichen stapeln, wo sie später auch selbst umgebracht wurden.
 
Die übrigen Gefangenen wurden in Kolonnen zu 300-400 Personen in einen nahe gelegenen Wald geführt, wo sie sich entkleiden mussten und dann mit Handgranaten oder Genickschüssen getötet wurden. Im Laufe von vier Tagen wurden auf diese Weise 30.000 Menschen umgebracht, darunter Männer, Frauen und Kinder. Die Übrigen ließ man einfach erfrieren.

 

Fotos vom Völkermord in der Ukraine durch Deutsche oder deren Verbündete – Quelle: Wikipedia.org

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